Gedenkfeier zum Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma vom Hohenasperg – 22. Mai 2019

Bild: Bundesarchiv, R 165 Bild-244-42 / CC-BY-SA

Vor fast 80 Jahren, am 22. Mai 1940, deportierten die Nazis vom Asperger Bahnhof aus 490 Sinti und Roma – überwiegend Familien, die zuvor auf dem Hohenasperg interniert worden waren – in die Arbeits- und Vernichtungslager nach Polen.

Deutschlandweit waren rund 2500 Menschen der Gemeinschaft von der Deportation betroffen sowie 1000 jüdische Mitbürger. Für die meisten von ihnen war es eine Fahrt in den Tod.

Diese bürokratisch penibel vorbereitete Aktion ging auf einen Erlass Heinrich Himmlers zurück und kann zu Recht als Generalprobe für den Völkermord bezeichnet werden.

Am Mittwoch, dem 22. Mai 2019 um 17 Uhr, fand aus diesem Anlass auf dem Hohenasperg vor dem dortigen Museum eine Gedenkfeier zur Erinnerung an die betroffenen Menschen statt, die von der Asperger Gruppe von Amnesty International, dem Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Asperg vorbereitet worden war.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch den Gitarristen Sascha Köhler. Nach Grußworten des Asperger Bürgermeisters Christian Eiberger und von Jürgen Walter, MdL, berichtete Ilona Lagrene, frühere Vorsitzende des Verbandes Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg, von den schrecklichen Erlebnissen ihrer älteren Schwester Lore, die von Asperg aus nach Polen deportiert worden war.

Jacques Delfeld, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Verbandes Deutscher Sinti und Roma, erzählte vom aktuellen Antiziganismus und den in weiten Teilen der Bevölkerung noch bestehenden antiziganistischen Ressentiments.

Amnesty International verwies am Beispiel Tschechiens auf die Diskriminierung von Roma-Kindern in der Bildung und auch auf die Benachteiligung von Roma in anderen europäischen Ländern.

Siehe auch: Beitrag in der Ludwigsburger Kreiszeitung, 24.05.2019

Thomas Frank, Gruppensprecher der amnesty-Gruppe Asperg, begrüßt die Gäste. Foto: Andreas Essig

 

Die Gedenkrede von Ilona Lagrene (links) und Jacques Delfeld (rechts) waren sehr persönlich geprägt. In der Reihe dahinter Bürgermeister Eiberger.Foto: Andreas Essig

28. Mai 2019